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NIVEA EXCLUSIVE INTERVIEWS - 2010

JOGI LÖW & NIVEA FOR MEN Exklusivinterview, 12. Juli 2010 - after Uruguay World Cup 2010 Third-Place Play-Off

Herr Löw, Hand aufs Herz: Haben sie einen dritten Platz bei der WM erwartet bzw. für möglich gehalten?

Joachim Löw: "Ich habe nicht mit einem Platz gerechnet. Ich habe aber ganz am Anfang gesagt: Mit dieser jungen Mannschaft ist mehr möglich, als wir denken - sowohl positiv als auch negativ. Nach den ersten Trainingseinheiten auf dem Platz habe ich aber gemerkt, dass es in die richtige Richtung geht. Da waren eine Begeisterung und eine Konzentration beim Training spürbar, dass ich gewusst habe, dass wir ein gutes Turnier spielen werden."

Jetzt ist der Stress vorbei - auf was freut sich der Bundestrainer nach der FußballWeltmeisterschaft am meisten?

Joachim Löw: "Zunächst einmal freue ich mich vor allem darauf, dass ich zuhause die Füße hochlegen kann, keine Termine habe, keinen Stress. Dass ich einfach entspannen kann." Und nach ein paar Tagen zuhause, gehen Sie in ein schickes Hotel mit einer guten WellnessAbteilung? Joachim Löw: "Ich war jetzt acht Wochen in verschiedenen Hotels in Sizilien, Südtirol und in Südafrika. Ganz ehrlich: Momentan bevorzuge ich die eigenen vier Wände."

Fällt man nach einem solchen Turnier in ein emotionales Loch?

Joachim Löw: "Das ist ein echtes Problem. Acht Wochen war man fokussiert auf diese WM, immer in diesem Tunnelblick, fast immer nur Fußball. Da ist es in der Tat nicht so einfach, sich wieder in das 'normale Leben' zu integrieren. Aber dieses Problem haben ja alle Mitglieder unserer Truppe. Ich schaffe das am schnellsten zuhause."

Wie wirkt es sich aus, wenn die ganze Anspannung wegfällt?

Joachim Löw: "Also ich bin dann echt einfach müde. Leer und ausgepumpt. Es ist dann, als ob der Motor acht Wochen lang auf Hochtouren gedreht hat und jetzt einfach eine Pause braucht."

Und gönnt man sich da etwas Besonderes?

Joachim Löw: "Wir hatten ja das Besondere. Acht Wochen lang. Ich freue mich einfach auf das Normale."

Und wie ist es mit ihrem Vertrag?

Joachim Löw: "Das ist so, wie wir es immer besprochen haben: Ich werde mich jetzt ein paar Tage ausruhen und dann mit Leuten wie Oliver Bierhoff, Andi Köpke und Hansi Flick besprechen. Dann werden wir zu einer Lösung kommen und mit dem DFB besprechen."

Und haben Sie schon Vorstellungen?

Joachim Löw: "Nein. Ein wesentliches Geheimnis unseres Erfolges war, dass wir uns acht Wochen lang auf das Wesentliche konzentriert haben. Bei der Führung dieser Mannschaft ist Glaubwürdigkeit ein wichtiges Merkmal. Und ich kann nicht von den Spielern Konzentration auf das Wesentliche verlangen, wenn ich selbst mich mit VVertragsangelegenheiten beschäftige."

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JOGI LÖW & NIVEA FOR MEN Exklusivinterview, 05. Juli 2010 - after quarter-final defeat of Argentina

Herr Löw, Hand aufs Herz: Haben sie eine solche Erfolgsserie für möglich gehalten?

Joachim Löw: "Man kann bei einer Weltmeisterschaft vieles planen - aber nicht die Leistung auf dem Spielfeld. Da gibt es verschiedene Einflüsse, die noch dazu kommen. Aber es gab mehrere Momente, in denen ich gemerkt habe, dass da etwas zusammenwächst. Besonders im Training gab es diese Momente öfters."

Können Sie das erklären?

Joachim Löw: "Ich kann natürlich in jeder Trainingseinheit die Qualität einordnen. Und mit dieser Mannschaft haben wir so gut trainiert, wie wir es noch nie gemacht haben seit ich bei der Nationalmannschaft bin. Die Spieler sind gut ausgebildet und sie haben einen enormen Willen. Das spürt man. Sie lassen nicht locker. Dazu kommt ein herausragender Teamgeist."

Noch vor fünf Wochen standen sie in der Kritik - jetzt im Halbfinale gegen Spanien. Fühlen sie sich bestätigt?

Joachim Löw: "Nein, weil ich mir darüber keinerlei Gedanken mache. Gerade der Erfolg unserer Mannschaft bei diesem Turnier zeigt: Es geht nicht um die Bestätigung einzelner, sondern es geht um das große Ganze. Wir hatten einen großen Plan - und den haben wir umgesetzt. Dazu gehörten die entsprechenden Spieler und die entsprechende Spielweise. Ich bin überzeugt, dass man auf Dauer nur mit dieser Spielweise weiter kommt."

Wie ist es eigentlich mit der Freizeit. Gibt es gar kein Lagerkoller?

Joachim Löw: "Wir haben bei den Spielern die ideale Kombination gefunden. Harte Arbeit auf dem Trainingsplatz - aber auch Freizeit auf dem Hotelgelände oder draußen. Wir haben schon gemeinsam interessante Ausflüge unternommen - aber auch individuell. Wir waren einen Tag vor dem Argentinien-Spiel gemeinsam in Camps Bay. Die Spieler haben die Schönheit dieses Landes gesehen und hatten etwas Abwechslung. Wir machen das schon so, dass die Leistung nicht leidet."

Und ihre persönliche Freizeit?

Joachim Löw: "Die ist geringer, weil ich in dieser Zeit das Training oder die Spieltaktik vorbereite. Ich habe ein Buch von David Silver dabei, in dem er unter anderem über Businesspläne schreibt. Das interessiert mich, seine Ideen sind interessant. Aber es ist manchmal gar nicht so wichtig, was ich lese. Es tut mir einfach gut, dass ich es mache. Es lenkt mich vor dem Einschlafen etwas ab und bringt mich auf andere Gedanken. Das ist hin und wieder nicht so schlecht. Gerade weil sich am Tag sonst so viel um Fußball dreht."

JOGI LÖW & NIVEA FOR MEN Exklusivinterview, 25. Juni 2010 - after beating Ghana and qualifying for the World Cup knock-out stage

Herr Löw, Gratulation für den Sieg gegen Ghana. Schon für die Fans war die Nervenanspannung groß - wie erlebt der Trainer ein solches Spiel?

Joachim Löw: "Man ist 90 Minuten total konzentriert. Man nimmt fast nichts mehr wahr, was außerhalb des Spielfeldes ist. Man sieht, dass Ghana sehr gut verteidigt und dass es da kaum Lücken gibt. Dieses Spiel war fast ausschließlich von der Taktik geprägt. Und da ist man als Trainer besonders gefordert. Deswegen hat es auch lange gedauert, bis ich einigermaßen erleichtert war. Bis wir nachts gegen ein Uhr wieder im Hotel waren, herrschte eine große Anspannung..."

Mit Italien und Frankreich sind schon zwei der drei besten Mannschaften der WM 2006 ausgeschieden. Ist dies eine Weltmeisterschaft der Überraschungen?

Joachim Löw: "Für ein Fazit ist es noch zu früh. Italien und Frankreich hatten wahnsinnige Probleme - und man sieht daran, wie schnell es gehen kann im Fußball. Aber es steht mir auch nicht an, diese Dinge zu beurteilen oder zu pauschalisieren. Unsere Situation ist anders: Wir haben eine junge begeisterungsfähige Mannschaft mit viel Potenzial. Aber es ist auch klar: Beim Spiel Deutschland gegen England wird es einen der nächsten großen Europäer erwischen. Man kann es aber auch positiv sehen: Einer wird auf alle Fälle ins Viertelfinale kommen."

... um dann wahrscheinlich gegen Argentinien zu spielen, einen der Turnierfavoriten...

Joachim Löw: "Eine Weltmeisterschaft ist kein Wunschkonzert. Man muss es nehmen, wie es kommt. Es hat im Fußball - wie in anderen Bereichen des Lebens auch - noch nie zum Erfolg geführt, wenn wir da sitzen und überlegen: Was wäre, wenn... Bei einer Weltmeisterschaft sollte man die Energie nur dort verbrauchen, wo wir aktiv eingreifen können. Und das ist nun mal das Spiel gegen England."

Ein Spiel mit besonderer Brisanz. Wie gehen Sie diese Partie an?

Joachim Löw: "Franz Beckenbauer sagte: 'They called it a Klassiker'. Das ist natürlich eine ganz herausragende Partie - vor allem für die Leute draußen. Für die Mannschaft geht es vornehmlich um das Erreichen des Viertelfinales. Man darf ja auch nicht vergessen: Bei den großen Spielen zwischen diesen Nationen waren ja die meisten dieser Spieler noch gar nicht auf der Welt..."

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JOGI LÖW & NIVEA FOR MEN Exklusivinterview, 22. Juni 2010 - after 1-0 defeat to Serbia

Herr Löw, in der Nachbetrachtung: Wie fällt das Fazit der 0:1-Niederlage gegen Serbien aus?

Joachim Löw: "Es gibt Spiele, da gibt es große Unterschiede zwischen der Sicht des Trainers und der Sicht des Fans. Ich als Trainer finde es sehr gut, dass wir in den 54 Minuten, in denen wir zu zehn gegen elf gespielt haben, vier klare Torchancen hatten, einmal nur an der Latte scheiterten, einen Elfmeter herausholten. Natürlich zählt im Fußball am Ende das Ergebnis. Aber in diesem Spiel hatten wir einfach viel Pech."

Fehlte es ihrer Mannschaft in diesem Spiel an Erfahrung?

Joachim Löw: "Nein, alles, was in diesem Spiel passiert ist, kann auch passieren wenn man nur mit erfahrenen Spielern spielt. Wir haben nicht so druckvoll begonnen, wie ich mir das vorgestellt habe. Aber das lag auch am hervorragend organisierten Gegner. Dann war das Spiel geprägt von unserer Unterzahl und dem Gegentor, das direkt danach fiel. Aber wir haben gut reagiert und sind zu guten Chancen gekommen. Da fehlte dann einfach die Konzentration - und das Glück."

Ist das ein großer Rückschlag für das Team?

Joachim Löw: "Bei einer so jungen Mannschaft wird es immer Rückschläge geben. Aber wir sind ja nicht ausgeschieden - diese Niederlage ist noch zu reparieren. Und ich bin mir sicher, dass es gegen Ghana ganz anders laufen wird."

Woher nehmen sie die Zuversicht?

Joachim Löw: "Ich bin ja mit der Mannschaft von morgens bis abends zusammen. Ich sehe, dass sie sich zwar ärgert über diese Niederlage, aber ich spüre auch diese Trotzreaktion, die man braucht, um gegen Ghana zu bestehen."

Miroslav Klose kann nicht spielen, wie werden sie diese Partie angehen?

Joachim Löw: "Da sind wir noch am Arbeiten, haben ja auch noch mehrere Trainingseinheiten. Aber ich bin mir sicher: Wir werden am Mittwoch eine starke Mannschaft auf dem Feld haben."

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Last updated 25 April 2011

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