from Kicker
published in Germany, 6 June 2016

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"Turniere sind die Kö;nigsdisziplin"

Den Ort für das Gespräch mit dem kicker hätte Joachim Löw nicht besser aussuchen können: die Villa Favorita in Ascona. Nach einer intensiven Trainingswochen gibt Löw hier Einblicke in seine EM-Planungen und erklärt, was er nun anders macht als bei seinen ersten Turnieren.

Herr Löw, am Sonntag starten Sie mit Ihrer MAnnschaft ins Turnier. Ist der Weltmeister gerüstet für den Angriff auf den EM-Titel?

Wo wir letztendlich stehen, wird erst das Turnier zeigen. Aber ich bin mit der Entwicklung bislang zufrieden. Was ich mir erwartet hatte in der Vorbereitung, das konnten wir auch umsetzen. Die Mannschaft wirkt konzentriert, hat einen guten Fokus auf die Sache, aber auch die notwendige Lockerheit. Die Stimmung in der Mannschaft ist sehr gut. Fußballerisch ist unser Niveau insgesamt auf einem hohen Level. Das ist schon zu spüren. Die jungen Spieler, die jetzt erstmals dabei sind, haben große fußballerische Qualitäten.

Es herrschen Gelassenheit und Zuversicht bei den Spielern. Wie schwierig ist der Spagat zwischen einem weltmeisterlichen Selbstvertrauen - im übertragenen Sinne ein "Wir schaffen das!" - und der notwendigen Gier, die man entwickeln muss, um diesen EM-Titel zu gewinnen?

Da müssen wir noch einen Schritt nach vorn machen. Wir sind eine Mannschaft, die sich in der vergangenen zwei Jahren sehr stark auf ihre fußballerischen und spielerischen Fähigkeiten verlassen hat. Wir müssen aber andere Elemente, die wir schon mal hatten, wieder mehr einfließen hassen und zeigen.

Zum Beispiel?

Das sind die kämpferischen Elemente, die Organisation und defensives Denker und Verhalten. Da müssen wir uns steigern. In dieser Hinsicht sind wir noch nicht da, wo wir während des Turnieres 2014 waren. Das hat auch der Test gegen die Slowakei gezeigt. Wir gehen in Führung, sind überlegen, machen nicht das 2-0, der Gegner schießt im Prinzip nicht aufs Tor und liegt zur Halbzeit trotzdem 2-1 vorn. Derartige Spiele gab es einige in den vergangenen zwei Jahren, sowohl in Tests als auch in der Qualifikation. Die Spiele gegen die Ukraine, Poland und Nordirland kö;nnen ähnlich verlaufen, dass uns der Gegner in Zweikämpfe verwickelt und auf die eine Torchance hofft. Die Konzentration 90 Minuten hochzuhalten ist deshalb ein wichtiges Thema.

Erfolg kann süchtig machen. Erfolg kann aber jemanden auch nachlässig werden lassen. Kann man als Trainer beeinflussen, ob sich einzelne Spieler und die Mannschaft nach einem Trumph wie in Brasilien 2014 in die eine oder die andere Richtung entwickeln?

Das ist ein Aufgabe eines Trainers. Als Sportler strebt man immer Siege und Titel an, immer wieder von Neuem. Der Erfolg macht allen Spaß. Und er bringt mit sich, dass jeder dieses Gefühl wieder erleben mö;chte. Aber man kann die Spannung nicht permanent auf diesem hö;chsten Level halten, das geht nicht. Nach der WM war mir klar, dass es einen Spannungsabfall geben würde, wenn man in der Qualifikation gegen die Nummer 60 der Welt antreten muss. Nicht nur kö;rperlich, auch emotional. Dies kann man nicht gänzlich verhindern, auch bei mir war das am Anfang spürbar. Dieser Spannungsbogen muss sich auch wieder neu aufbauen.

Wie ist das geschehen?

Es entwickelt sich. Wir haben schon im Januar mit der Mannschaft darüber gesprochen, dass wir die Qualifikation nicht auf unserem Qualitäts-Niveau geschafft haben, dass es zielgerichtet Richtung Turnier geht, dass die EM wieder eine ganz andere Herausforderung darstellt und wir wieder eine ganz andere Spannung aufbauen müssen. Und mein Eindruck ist, dass dies gelingt.

Die Vorbereitung in Ascona verlief, verglichen mit früheren Turnieren, trotzdem vergleichsweise ruhig und harmonisch. Herrscht genug positive Reibung im Kader?

Die Vorbereitung auf die WM in Brasilien verlief viel besser, als Sie dies jetzt hier darstellen, wir hätten sonst niemals Weltmeister werden kö;nnen. Was Ihre Frage betrifft: Ja. Der Ehrgeiz und Erfolgshunger ist absolut vorhanden, das spürt man bei allen Spielern in den Gesprächen und im Training. Der Kampf um die Plätze ist da. Und unser Spielerrat ist wieder richtig stark geworden, die schauen auf viele Kleinigkeiten.

Rein von den Ergebnissen war die abgelaufene Saison mit vier Niederlagen die schwächste Ihrer zehnjährigen Amtszeit. Woher nehmen Sie die Zuversicht, dass das Team jetzt, wo es drauf ankommt, den Schalter wieder umlegen kann?

Weil ich das jetzt, wo wir schon wieder einige Zeit am Stück zusammen sind, schon wieder spüre ich, seit wir nach Ascona aufgebrochen waren, eine gute Intensität und Mitarbeit: auf dem Platz, in Gesprächen mit einzelnen Spielern, in Gruppendiskussionen. Ich spüre eine gute Mischung aus Anspannung und Entspannung, und das muss auch so sein, wenn man sieben Wochen auf ein Ziel hinarbeitet.

In Deutschland sind Sie als Bundestrainer eh schon immer populär gewesen. Durch den Weltmeistertitel sind Sie ein absoluter Weltstar geworden. Hat Sie diese Popularität verändert?

Verändert, das weiß ich nicht. Ich mache die gleichen Dinge wie vorher auch und habe zum Glück genug Menschen um mich herum - Familie, Freunde, auch hier bei der Nationalmanschaft -, die mich auch ehrlich reflektieren. Aber mein Antrieb und meine Motivation sind ungebrochen, eher im Gegenteil: Das hat sich in den vergangenen Jahren sogar noch verstärkt. Ich mö;chte gerne ein Entwickler sein, mal unabhängig von einem Titel. Es war als Trainer immer mein Anspruch, einzelne Spieler und die gesamte Mannschaft zu entwickeln. Die Kö;nigsdisziplin von allem sind die Turniere. Ich versuche, auch mich selbst permanent zu entwickeln. Indem ich mir zum Beispiel im Ausland Spiele anschaue und unterschiedliche Fußball-Kulturen erlebe.

Im Ausland werden die deutsche Mannschaft und Sie als Ihr Trainer nicht nur wegen des WM-Titels geachtet, sondern vor alle wegen der Art und Weise, wie man Weltmeister wurde und in Brasilien aufgetreten ist. Wie fühlt man sich, wenn man für alle plö;tzlich irgendwie ein Vorbild ist?

Es ist sicherlich eine Art von Befriedigung, dass wir im Ausland hohen Respekt genießen und mir überall auf der Welt zu verstehen gegeben worden ist, dass die Mannschaft nicht nur fußballerisch überzeugend war, sondern einen guten Teamgeist und Charakter hatte. Und, was in der Gesellschaft ja auch ein wichtiger Baustein ist, dass die integration bei uns so gut funktioniert. Wir haben viele Spieler mit Migrationshinterground, die Identifikationsfiguren und Vorbilder für unsere Jugend sind. Das ist auch eine Sache, die ich häufig hö;re, wenn ich im Ausland bin.

Früher haben Sie gesagt, ein Turnier sei wie das Besteigen des Kilimandscharo, eine Extremsituation, der Sie als Wettkampftyp entgegenfiebern. Steigen Sie nach zehn Jahren als Bundestrainer noch immer vor einem Turnier in den Tunnel, oder gehen Sie heute mit der Erfahrung die Dinge anders an?

Grö;ßtenteils lebe ich in diesen Wochen immer noch im Tunnel, mit der vollen Konzentration auf meine Aufgabe und meine Verantwortung. Auf der anderen Seite sehe ich manches inzwischen auch entspanner. Vor allem die Dinge, die von außen, von der Öffentlichkeit auf einen einprasseln. Das hat mich früher noch beschäftigt, jetzt überhaupt nicht mehr.

In unserem EM-Sonderheft beschreiben wir Sie als jemanden, der den Eindruck macht, seit einiger Zeit mehr denn je sein Ding durchzuziehen. Nehmen Sie sich als Weltmeister-Trainer die Freiheit, dass Sie immer weniger auf das hö;ren und achten, was links and rechts gesagt wird?

Das hat weniger was mit dem Selbstverständnis als Weltmeister zu tun als mit der Erfahrung. 2008 oder 2010 habe ich mich mehr mit Dingen beschäftigt, die von außen kamen. 2014 habe ich das vö;llig abgeschüttelt. Da gab es ja vor dem Turnier und auch während der WM unheimlich viele Themen. Ständig bin ich auf Philipp Lahm angesprochen worden, ob er rechter Verteidiger oder im Mittelfeld spielen soll. Diese ö;ffentlichen Diskussionen kommen nicht mehr an mich ran. Ich weiß ja, dass jetzt Bastian Schweinsteiger das große ö;ffentliche Thema ist, aber das belastet mich in keinster Weise und lenkt mich und die Mannschaft wesentlichen Themen und Fragen ab. Relevant sind für mich Fragen wie: Was ist wichtig? Wie sieht die Mannschaft aus? Wo sind die Stärken und Schwächen? Was plant der Gegner? Was ist zu tun? Was ist die richtige Strategie?

Hat sich Ihre Turnier-Strategie im Laufe der Jahre verändert?

Ja. Früher, bei der EM 2008 and auch der WM 2010, hatte ich einen Masterplan und eine feste Mannschaft im Kopf, und diese Mannschaft musste durchs Turnier. Davon bin ich abgerückt. Ich weiß heute, dass es nicht mö;glich ist, mit einer Mannschaft das Turnier durchzuspielen, weil die Belastungen und Anforderungen an jeden einzelnen Spieler dafür einfach zu hoch sind. Wir haben jetzt hoffentlich in vier Wochen sieben Spiele. Ich weiß, wer von uns in der Lage ist, diese sieben Spiele auf hö;chstem Niveau zu absolvieren und wer nicht. Diesen Blick und diese Einschätzung unserer Spieler habe ich inzwischen gelernt.

Heißt das, Sie haben heute nicht mehr den Masterplan, sondern entscheiden mehr situativ und intuitiv als früher?

Doch, ich habe den Masterplan, was technisch-taktische inhalte betrifft. Und es ist auch wichtig, dass man den durchzieht und alle Spieler vorbereitet werden auf die ihnen zugedachte Position und die verschiedenen Systeme. Aber personelle Entscheidungen treffe ich heute dann, wenn sie anstehen.

Sie haben mit Schweinsteiger, Podolski oder Schürrle Spieler in den endgültigen Kaderberufen, die in der Öffentlichkeit zumindest umstritten sind. Weil es Ihnen widerstrebt, bewährte Kräfte fallen zu lassen?

Nein. Ich muss eine Einschätzung vornehmen, was die Mannschaft braucht, welche Spielertypen, welche Zusammensetzung. Da gibt es verschiedene Kriterien, insbesondere die sportliche Leistungsfähigkeit und die Flexibilität auf den Positionen. Aber es gibt auch den Aspekt: Wer hat die Charaktereigenschaften, die man bei einem Turnier auf engem Raum braucht, wie Disziplin, Hartnäckigkeit, Ausdauer, Toleranz - auch Frusttoleranz, wenn man nicht spielt. All diese Dinge fließen ein in die Entscheidungsfindung. Dass es dann eine andere ö;ffentliche Meinung geben kann, ist klar, das war immer so. Miro Klose war 2010 das große Thema, da hatte man ihn ö;ffentlich schon abgeschrieben, und 2014 war er immer noch mit herausragenden Leistungen dabei.

Apropos Klose: Fehlt Ihnen im Kader ein Spielertyp wie er, der in die Räume geht oder welche schafft, mit dem ein Özil, Kroos oder Müller Doppelpässe spielen kann, der auch noch kopfballstark ist und im Spiel gegen den Ball ein Taktgeber ist?

In seiner Art und Weise wäre er für jede Manschaft wertvoll, aber wenn er nicht mehr da ist, muss ich andere Überlegungen parat haben. Schon 2014 hatten wir uns andere Lö;sungen erarbeitet, weil klar war, dass Miro nicht alle Spiele machen kann.

Inwiefern durchkreuzt die Verletzung von Marco Reus Ihren Masterplan?

Marco war ein fester Bestandteil in unseren Planungen, in Top-Form ist mit seiner Raffinesse und Abschlussstärke für jedes Team wahnsinnig wertvoll. Jetzt muss der Masterplan nicht vö;llig geändert werden, jetzt muss sich ein anderer Spieler in diese Position einfinden. Und icht sehe dafür viele Mö;glichkeiten.

2014 haben Sie den Ausfall kompensiert, indem Sie Mesut Özil auf den ungeliebten Flügel und Toni Kroos auf die Zehn beorderten. Ist das auch diesmal der Ausweichplan?

Nein, das ist im Moment keine Alternative, Mesut ist auf der Zehn in diesem Jahr so stark, wie er vielleicht 2012 und 2013 war. 2014 war er nicht in der starken Verfassung wie zuvor und danach. Jetzt ist er für die Mannschaft am wertvollsten, wenn er in der Zentrale spielt.

Ihr Assistent Marcus Sorg sagte über Bastian Schweinsteiger, er kö;nnte im Verlauf das Turniers eine wichtige Ergänzung werden. Das klingt nicht so, als würden Sie ihm noch eine tragende Rolle bei der EM zutrauen.

Auf jeden, der hier dabei ist, kö;nnen wir zahlen. Bastian hat fast ein halbes Jahr nicht mehr gespielt, wir müssen ihn richtig steuern. 2014 war er ebenfalls verletzt, und dann haben wir auch durch seine überragende läuferische und kämpferische Lesitung im Finale diesen Titel gewonnen. Er hätte damals diese Leistung über 120 Minuten nicht zeigen kö;nnen, hatte er zuvor alle Spiele gemacht. Deswegen geht es auch jetzt für mich darum, den richtigen Zeitpunkt für seinen Einsatz zu finden. Welchen Wert Bastian Schweinsteiger insgesamt für unsere Mannschaft hat, darüber brauchen wir nicht zu sprechen, das steht vö;llig außer Frage.

Braucht man einen Schweinsteiger vielleicht auch erst ab dem Viertelfinale?

Das wird man sehen. Wir werden ihm in dieser Woche und vielleicht auch in der nächsten Woche den einen oder anderen Trainingsreiz geben und dann schauen, wie er sich entwickelt. Ich will auch nicht, dass er nach drei, vier Spielen in ein Loch fällt, was ganz normal wäre nach soch einer Verletzung.

Mit Sane, Kimmich und Weigl haben Sie drei Frischlinge befö;rdert und damit Ihre Aussage, die EM sei ein wichtiges Zwischenziel auf dem Weg zur WM-Titelverteidigung 2018, untermauert. Was erwarten Sie won diesem Trio?

Ich erwarte, dass Sie das Trainingsniveau hochhalten und Druck auf die etablierten Spieler ausüben. Und das haben sie bisher getan. Sie sollen auch lernen bei diesem Turnier und mit dem Drunk konfrontiert werden, der einfach da ist. Und dann wollen wir sie so vorbereitet, dass sie uns helfen kö;nnen, wenn es die Situation erfordert. Für sie ist es auf jeden Fall ein guter Entwicklungsschritt.

Was man so beobachten konnte, schulen Sie gerade Kimmich als Rechtsverteidiger. Haben Sie ihn dort eingeplant?

Kimmich, Hö;wedes, Can - das sind drei Spieler, die auf unterschiedlichen Positionen spielen kö;nnen, das macht sie auch so wertvoll. Ich werde Jo im Training immer mal wieder rechts spielen lassen, weil ich das Gefühl habe, dass er das ganz gut kann, auch wenn er im Verein auf der Sechs oder Innenverteidiger spielt.

Bei Leroy Sane hatte man in vielen Schalke-Spielen den Eindruck, dass er mit seinen Ideen den Mitspielern etwas voraus ist. Haben Sie bei ihm das Gefühl, dass er ähnlich wie Mesut Özil 2010 noch einmal auf ein ganz anderes Niveau kommen kann, wenn er jetzt in der Nationalmannschaft die entsprechend begabten Mitspieler hat?

Wäre mö;glich, ja. Wobei er auch auf Schalke gute Mitspieler hat. Leroy macht überragende Laufwege. Er ist der Spieler, der extrem in gute Laufwege investiert und dadurch auch Räume für andere Spieler schafft. Und er hat hier natürlich die Mitspieler, die ihn auch im richtigen Moment einsetzen kö;nnen, zum Beispiel Mesut Özil, Mario Gö;tze oder Toni Kroos. Aber natürlich muss auch Leroy noch lernen, beispielweise bei der Ballmitnahme und Ballbehauptung auf engem Raum. Da machen es ihm unsere Defensivspieler nicht so leicht.

Die Statistik der internationalen EM-Trainer zeigt: Sie sind ganz offensichtlich eine Ausnahmeerscheinung, denn drei Europameisterschaften hat noch nie ein Trainer erlebt. Liegt das daran, dass eine EM in der Regel komplizierter zu spielen und zu überstehen ist als eine WM?

Als das Turnier nur mit 16 Mannschaften besetzt war, war die Qualitätsdichte bei Europameisterschaften hö;her. Jetzt, mit 24 Mannschaften, ist diese Qualitätsdichte nicht mehr in diesem Maß gegeben. Von daher glaube ich, dass das Turnier jetzt etwas anders wird als 2012, mit mehr defensiv agierenden Teams.

Was bedeutet Ihnen so ein internationaler Rekord, dass noch nie ein Trainer bei so vielen EM-Spielen in der Verantwortung war?

Eigentlich bedeutet mir das nicht so viel, ich jage keine Rekorde, das ist nicht mein Ziel. Auf persö;nliche Statistiken lege ich keinen großen Wert.

Man bekommt ja auch keinen Pokal dafür. Aber Sie schreiben damit weiter Geschichte. Sind diese Bestmarken etwas, worauf man vielleicht in 10 oder 20 Jahren mit Stolz zurückblickt?

In der Rückschau vielleicht irgendwann mal. In der Vergangenheit war es so, dass zum Beispiel Wolfgang Niersbach als DFB-Präsident anrief und mir sagte, dass jetzt mein 100. Spiel kommt. Erst dadurch wurde es mir bewusst. Ich selbst zähle meine Spiele nicht.

Sie werden diesen Rekord des zwö;lften EM-Spiels schon gleich zum Auftakt gegen die Ukraine aufstellen, ein Gegner, über den die Öffentlichkeit relativ wenig weiß. Was erwartet die deutsche Elf am Sonntag in Lille?

Die Ukrainer sind extrem diszipliniert in der Defensive, haben vorn sehr schnelle Spieler und sind entsprechend konterstark. Uns erwartet ein widerstandsfähiger Gegner, der extrem hart spielt, die Zweikämpfe sucht, das Spiel des Gegners sehr hart angeht, seit Jahren in derselben Systematik spielt und diese entsprechend beherrscht.

Für die Ukraine wird es das Spiel des Jahres gegen den Weltmeister, wie fü alle ersten Gegner im Turnier, die sich wohl hinten reinstellen werden. Kö;nnen hier Standardsituationen der Schlüssel sein, auch wenn Ihr Kader vor allem spielerisch stark ist und Sie nicht unbedingt als Freund von Standardtraining gelten?

Mittlerweile habe ich sehr große Freude daran, weil wir eine interessante Trainingsform dafür ge funden haben, in der mehr Leben drin ist und die Spieler mit einer entsprechenden Einstellung dabei sind. Standards gegen uns sind inzwischen auch ein großes Thema bei uns, denn da hatten wir in den vergangenen Monaten die eine oder andere Schwäche. Da waren wir zwischen 2008 und 2014 besser. Also: Wir widmen uns auch den Standardsituationen, absolut, in der Offensive genauso wie in der Defensive.

Interview: Jean Julien Beer und Oliver Hartmann

With thanks to Susanne.

Last revised 6 October 2016
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